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6. Stunde: InDesign

6. Stunde: InDesign

Das erste, was mich irritiert, ist der Geruch. Ich hatte mit einer Mischung aus Turnhalle und Kantine gerechnet. Aber nix da. Mich umweht höchstens ein Hauch von Reinigungsmittel. Und auch die Geräusche sind so anders. Es ist ungewöhnlich still. Gut, es ist ja auch 17.43 Uhr. So spät hab ich noch nie ein Schulgebäude betreten.

Überhaupt, meine Schulzeit im Osten Deutschlands liegt schon weit zurück. Und trotzdem erinnere ich mich noch genau an den Geruch in den Gängen, die Oberarme meiner Sportlehrerin und das Ohnmachtsgefühl, das mich überkam, wenn mich mein Physiklehrer an die Tafel bat.

Doch jetzt will ich es noch einmal wagen. Therefore spendiert mir einen InDesign-Kurs und ich freu mich wie eine Zehnjährige vorm Hello-Kitty-Regal auf eine rosarote Zukunft. Bald kann ich meine Texte nicht nur selber schreiben, sondern auch eigenhändig gestalten.

Ich betrete das «Klassenzimmer» und falle abermals zurück in eine Zeit, in der Lehrer noch kein Smartphone-Verbot aussprechen mussten (in den meisten Haushalten gab es noch nicht einmal ein Festnetztelefon). 5. Stunde Informatik. Das Zimmer mit den vielen Rechnern hiess Computerkabinett, die Bildschirme waren fett statt flach und auf ihnen blinkte ein weisser Curser auf schwarzem Hintergrund und wartete auf einen Befehl meinerseits. Von Betriebssystem keine Spur – heute habe ich die Wahl zwischen Microsoft und Mac.

Wir beginnen mit der obligatorischen Vorstellungsrunde. Schon wieder diese leichte Nervosität. Liegt das am Gebäude? Wenigstens muss ich nicht an die Tafel (hier hängt tatsächlich eine, die noch nicht durch ein modernes White-Board ersetzt wurde). Doch schnell wird klar: Alles ganz locker. Die meisten brauchen InDesign für ihren Job – häufig im Marketing; aber auch zwei Kunstlehrerinnen sind dabei. Wir stellen Fragen und helfen uns gegenseitig. Wie verknüpfe ich jetzt nochmal die beiden Textrahmen? Kein Problem, die Kursleiterin steht schon hinter mir. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem Lächeln im Gesicht. Beschwingt verlasse ich drei Stunden später das Schulgebäude. War ja gar nicht so schlimm – mein erster Schultag nach 16 Jahren.

 

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