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«He, he! Mir händ im Fall offe!»

«He, he! Mir händ im Fall offe!»

Unweit von unseren Büros befindet sich das Kunsthaus. Derzeit steht die Hüterin von Zürichs Kunstschätzen wie eine Trutzburg da. Hinter Barrikaden der Bauarbeiten scheint sie hervorzuschreien: «Wir haben im Fall geöffnet!»

«OFFEN» prangt es in den fünf Fenstern über dem Eingang. Die Architektur bietet sich geradezu an, um grossformatige Buchstaben aufzunehmen. Hätte es bloss drei Fenster, würde dann «AUF» darin geschrieben stehen?

Ist das Kunsthaus nun auf, offen oder geöffnet?

Bringen wir etwas Klarheit in den Gebrauch der deutschen Sprache: «Auf» wird normalerweise in Verbindung mit einem Verb gebraucht, um einen Vorgang auszudrücken wie «aufschliessen», «aufdrehen» etc. Umgangssprachlich hört man «auf», wie in «der Laden ist auf», – unter anderem auch Dank Reality-TV-Shows – immer häufiger.

Doch wie steht es mit «offen»? Offen ist das Ergebnis des Öffnens. Das Wort «geöffnet» ist eine Flexion des Verbs «öffnen» und wird bevorzugt gebraucht. «Geöffnet» setzt eine Handlung des Öffnens voraus. Das Ergebnis ist dann «offen». Also kann «geöffnet» immer durch das kolloquial wirkende «offen» ersetzt werden!

Umgekehrt geht das nicht. Dinge können offen sein, ohne dass es ein zugehöriges Agens gibt. Deshalb kann aus einer «offenen Frage» keine «geöffnete Frage» werden.

Bald komme ich mir selbst vor wie mein alter Deutschlehrer, der oft nach ausführlichen Erklärungen folgenden Satz vom Stapel liess: «Deutsche Sprache, schwere Sprache, einmal Busen vorn, einmal Busen hinten.» Das müssen Sie jetzt nicht verstehen …

Aber etwas anderes! Wann waren Sie das letzte Mal im Kunsthaus? Machen Sie doch den baugeplagten Kunstfreunden eine Freude und besuchen Sie es mal wieder. Zum Beispiel am Mittwoch; da ist für alle Besucher der Eintritt in die Sammlung frei!

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