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Lost in the Post

Lost in the Post

Ich liebe Situationen, in denen ein System ausfällt und sich die Menschen selbst organisieren müssen. So neulich auf der Post, als das Ticketsystem uns geschätzten Kunden vorübergehend nicht zur Verfügung stand.

Mehrere freie Schalter gab es zur Auswahl. Eine kurze Schrecksekunde lang spürte ich in der Magengegend den Anflug eines Gefühls der Verlorenheit aufkeimen. Na, welchen Schalter nehme ich denn jetzt? Ich wählte Schalter G, wo mir die freundliche junge Postangestellte – die mich das letzte Mal bei der Aufgabe eines Ausland-Pakets so gut beraten hatte – direkt in die Augen schaute. Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart lassen grüssen.

Ähnlich verloren stellte sich eine weitere Kundin hinter mir in die Schlange, obwohl Schalter F nebenan frei war. Mein Gedanke: Fällt ein System aus, geht alles gleich wieder «Back to Mama», also zurück auf das Konzept, das man kennt.

Schlange stehen auf der Post, erinnern Sie sich? Für alle die nach 1990 geboren sind, möchte ich kurz erklären, wie man sich beim Anstehen zu verhalten hat.

Damals gab es – wie heute auch – mehrere Schalter und vor ihnen Warteschlangen von unterschiedlicher Länge. Wenn man den Fehler machte und sich in eine kurze Schlange einreihte, war man zwar bald an der Reihe, jedoch nur, um zu erfahren, dass es sich um einen speziellen Spezialschalter für ausschliesslich spezielle Angelegenheiten handelt. Ergo: kurze Schlange = no-go!

Man musste also von vornherein in einer langen Schlange anstehen. Und wie man da so stand und wartete, ging es in den Schlangen nebenan zügig voran. In der eigenen Schlange war grundsätzlich ein komplizierter Kunde zugange, der den Schalterbeamten derart herausforderte, dass dieser immer wieder vom Schalter weg nach hinten musste, um irgendetwas abzuklären.

Und wenn man vom vordersten Kunden auch noch das Geräusch von klimpernden Münzen vernahm, war einem klar, dass man wohl für den Rest seines Lebens in dieser Schlange stehen bleiben würde.

Aber Vorsicht! Einfach den Schalter zu wechseln hatte überhaupt keinen Sinn. Sobald man das tat, geriet auch die neue Schlange durch mysteriöse Umstände (komplizierter Kunde, komplexe Frage etc.) in Stillstand und man musste schmerzlich mitansehen, wie sich die Schlange in der man gerade eben noch stand, nun plötzlich mühelos vorwärts bewegt…

Horror! Was doch so ein Systemausfall alles an üblen Erinnerungen an die gute alte Zeit auslöst?…

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