Alles andere als trockene Zahlen!

Der Zürcher Paradeplatz als Zentrum der mondänen Hochfinanz, man denkt an Investmentbanking und andere glamouröse Zweige der Finanzwelt. Nur ein paar Schritte davon entfernt leitet Reto Siegrist einen Anbieter eines weit weniger bekannten, aber nicht minder wichtigen Sektors. Im Gespräch erzählt er mit offener Begeisterung, wieso sich seine Branche zusammen mit Politik und Arbeitgebern viel mehr auf die Kommunikation konzentrieren sollte.

Herr Siegrist, vor zwei Jahren sind Sie aus Ihrem Sabbatical zurückgekehrt und haben die Geschäftsleitung der Swisscanto Vorsorge AG übernommen. Eine Position in einem eher beschaulichen Bereich der Finanzindustrie – eine Vorbereitung auf den Ruhestand?
(lacht herzlich) Na, da schätzen Sie sowohl den Markt wie auch mich völlig falsch ein!

Aber es ist schon so: Die Pensionskasse ist für die meisten eher eine lästige Pflicht, ein weiterer Lohnabzug?
Sehen Sie, hier fängt eine meiner Aufgaben an! Die zweite Säule ist für die grosse Mehrheit der Schweizer mit Abstand das grösste Sparkapital. Im Schnitt nehmen sie etwa 650’000 Franken mit in den dritten Lebensabschnitt, ob als Rente oder Kapital. Monat für Monat sparen sie dafür und bekommen den Betrag vom Arbeitgeber dann noch mindestens verdoppelt. Die Wichtigkeit dieser Schweizer Vorsorgelösung und die ganzen Möglichkeiten und Nutzen zu kommunizieren, das wird meiner Meinung nach sträflich vernachlässigt.

Und das tun Sie?
Nicht nur ich, respektive mein Team. Es ist die Aufgabe der vier Parteien im Umzug. Der Staat, die Arbeitgeber, die Pensionskassen und die Versicherten selbst sind in der Pflicht, das Thema präsent zu halten. Wir bemühen uns als Swisscanto Vorsorge schon darum, mit unseren Kunden darüber zu sprechen, mit der PK Studie national einen Aufkärungsbeitrag zu leisten. Das Thema Vorsorge ist so wichtig, dass wir Freude und Begeisterung auslösen müssen.

Deshalb auch der neue Internetauftritt?
Ja, mit dem Internetauftritt für die Sammelstiftungen Swisscanto Flex und Swisscanto 1e wollen wir nicht nur B2B-, sondern auch B2C-Kunden ansprechen.

Wieso die Versicherten selbst? Diese wählen den Anbieter der Pensionskasse ihres Arbeitgebers nicht aus, geschweige denn denjenigen von Dienstleistungen wie Geschäftsführung oder Administration.
Einerseits gelangen die Versicherten schon zu uns, wenn sie zum Beispiel Vorsorgeausweise bestellen oder andere Fragen haben. Andererseits wollen wir ein Verständnis dafür wecken, wie wichtig eine gute Lösung ist. Und dass sie zu attraktiven und zeitgemässen Anstellungsbedingungen gehört.

Sind diese Lösungen nicht weitestgehend standardisiert?
Das ist ein weiterer, hartnäckiger Irrtum. Wir führen seit Jahren die Pensionskassenstudie durch und wissen genau, wie Herr und Frau Schweizer versichert sind. Und leider zeigt sich, dass rund 30 Prozent der Risikolösungen für junge Versicherte aufgrund der Beitragsprimatlösung ungenügend für Versicherte sind.

Trotzdem gibt es gerade bei jüngeren Menschen den Trend zur höheren Risikoaffinität. Viele würden kleinere Abzüge bei weniger Leistungen vorziehen. Dies zeigt sich auch in aktuellen Umfragen zur Krankenversicherung.
Ja, den Trend gibt es. Das liegt natürlich auch daran, dass man in der Schweiz ein soziales Auffangnetz hat, welches schliesslich niemanden auf der Strasse landen lässt. Aber wie immer, gibt es auch einen starken Gegentrend. Eine andere aktuelle Umfrage zeigt deutlich auf, dass bei den 18- bis 30-Jährigen die Berufliche Vorsorge zu den Themen gehört, die ihnen am meisten Sorgen bereitet.

Was tun gegen diese Sorgen?
Zum Beispiel gut vorsorgen – natürlich bei uns (lacht). Im Ernst, unser Bereich ist ein so wichtiger, dass wir nicht genug kommunizieren können. Unser Schweizer Vorsorgesystem begann 1948 mit der AHV, 1985 kam die zweite Säule dazu. Aber wenn wir uns die heutige Situation ansehen, hat 2019 mit 1985 viel weniger zu tun als 1985 mit 1948.

Sie sprechen die Themen Demografie, Lebenserwartung, Niedrigzinsumfeld und Rentenalter an?
Ja, aber nicht nur. Es geht auch um eine komplett neue Arbeitswelt. Das System ist – vereinfacht gesagt – ausgelegt auf eine maximale Rente nach 40 Jahren. Aber schauen Sie sich die Situation heute an. Viele junge Menschen steigen nach Studium, Reisezeit und Praktika erst mit über 30 Jahren in ein Erwerbsleben mit Vollgehalt ein. Und dann immer öfter wieder mit Perioden von Teilzeitarbeit. Somit müssten sie ja dann bis weit über 70 arbeiten.

Was wollen Sie als Swisscanto Vorsorge dagegen tun?
Aufklären! Das sind die Lebenswelten, in denen wir uns bewegen, die Richtung, in die sich die Gesellschaft entwickelt. Wir sind aber die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, Arbeitgeber und die Pensionskassen selbst in diesen neuen und höchst spannenden Zeiten zu begleiten.

Ihre Augen leuchten, wenn Sie über dieses vermeintlich trockene Thema sprechen.
Weil es nicht trocken ist. Weil es faszinierend ist!

Kommen wir zurück auf die Kommunikation in einem Markt, der nach trockenen Zahlen aussieht.
Wir sind das ganze Jahr über unterwegs bei unseren Kunden, an Veranstaltungen, direkt bei den Leuten. Wir sprechen über Sicherheit, über Vermögensbildung, über die Chancen und Vorteile, die finanzielle Gestaltung des Ruhestandes, den Traum vom Wohneigentum … also alles andere als über trockene Zahlen! Ich sage Ihnen, wir haben einen Job, der das Leben bewegt!

Besten Dank für das Gespräch.

Swisscanto Vorsorge AG
Die Swisscanto Vorsorge AG ist Gründerin der Swisscanto Flex Sammelstiftung und der Swisscanto 1e Sammelstiftung. Sie zählt in der Schweiz zu den führenden Unternehmen im Bereich der beruflichen und privaten Vorsorge. 

Reto Siegrist
Reto Siegrist ist CEO der Swisscanto Vorsorge AG in Zürich, einem der führenden Schweizer Spezialisten von Dienstleistungen rund um die Berufliche Vorsorge. Seit über 40 Jahren in Führungspositionen in der Finanzindustrie, leitet er nun einen Anbieter in einer «Nische in der Nische». Nicht, um sich zurückzuziehen, sondern um diesem Bereich die Beachtung zu beschaffen, die ihm seiner Meinung nach zusteht.

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