Guerilla Marketing: Die Schritt für Schritt Anleitung

Liebe Agentur, wir wollen Guerilla-Marketing machen! Jeder einigermassen erfahrene Werber kennt diese Anfragen, die genauso regelmässig und lästig kommen, wie die Hausbesuche der Zeugen Jehovas. Immer wieder denkt man, man hätte es nun hinter sich, vergisst das Ganze für ein paar Monate und dann klingelt es wieder von neuem.

Es gibt zwei grosse Gruppen von Werbeauftraggebern, die auf die Idee kommen, mit Guerilla-Marketing zum Grosserfolg zu gelangen. Die erste Gruppe besteht aus frisch eingestellten Marketingleitern, die schon im Bewerbungsgespräch damit geprahlt hatten, mit viel weniger Budget viel mehr zu bewegen als die Vorgänger. Die Buzzwords “Internet”, “Youtube”, “Facebook” und “Guerilla-Marketing” haben den halbgreisen Familien-CEO und seinen digitalautistischen Beraterstab schliesslich überzeugt und nun soll es die Agentur richten. Die zweite Gruppe rekrutiert sich aus Managern, die seit einigen Jahren immer mehr Mühe haben, mit dem klassischen Mix ihre die Ziele zu erreichen. Eine Verbesserung oder ein Richtungswechsel käme dort einem Fehlereingeständnis gleich, also soll es radikales Guerilla-Marketing sein.

Guerilla-Marketing leitet sich bekanntlich vom spanischen Guerilla ab, dem Diminutiv von Guerra. Ein “kleiner Krieg” also, auch als Partisanenkrieg bekannt. Um bei der militärischen Terminologie zu bleiben, zieht ein kleinerer und mit konventionellen Mitteln unterlegener Marktteilnehmer einen oder mehrere grössere Konkurrenten in einen asymmetrischen Konflikt hinein. Soweit, so brachial.

Die Anleitung zum Marketing-Guerillero

Grosse Vorbilder
Der Guerillero denkt immer als erstes an Che Guevara. So will er es machen. Den stoischen Blick nach oben gerichtet, dem übermächtigen Feind trotzend und der guten Sache verpflichtet. Gerne auch mit Zigarre im Mund, Rum im Glas und praller Latina im Arm. Dieser Typ Marketeer kann auch heute noch jeden beliebigen Donnerstag am Rande von After Work Parties oder rund um die Zürcher Langstrasse in Aktion beobachtet werden.

Enthusiasmus als Ersatz für alles. Wirklich alles!
Ein richtiger Rebell muss vor allem wollen. Oder müssen. Er hat keinen richtigen Plan, keine grosse Ahnung, kein wirklich konkretes Ziel. Dafür ein Dutzend Feuerwaffen, etwas Sprengstoff und ein paar noch ahnungslosere Gefolgsleute, die ihn sich als Alphatier ausgesucht haben. Der Marketeer ersetzt die Waffen durch ein kleines, zweckentfremdetes oder überzogenes Budget, den Sprengstoff durch einen Facebook-Account und die ahnungslosen Gefolgsleute durch ahnungslose Gefolgsleute.

Der erste Angriff
Plötzlich muss er kommen, aus dem Hinterhalt und wo ihn niemand erwartet hat! Und er muss möglichst spektakulär sein, unorthodox, verstörend, Tabus brechen. Alles ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Gut, das tut in der Regel wirklich weh. Vor allem dem Guerillero selbst. Dem Marktleader oder der Besatzungsmacht allerdings kaum. Die schicken einfach ein paar Apache-Helikopter, respektive Anwälte und Ruhe ist. Und um im Jahr 2014 noch irgend ein Tabu zu brechen, muss man wohl schon vor laufender Kamera gepiercte Katzenbabies mit tätowierten Hundebabies totschlagen. Wenn’s reicht.

Das Ende
Praktisch alle Guerilleros enden absolut unheroisch. Falls sie Glück haben, werden sie von ihren Gefolgsleuten verlassen und arbeiten danach als Hilfskraft in einer Tapas-Bar. Der Löwenanteil allerdings krepiert alleine irgendwo im Dschungel an Unterernährung, Sumpffieber oder wird von diesem Ding aus Lost gefressen. Niemand kennt ihre Namen oder weiss überhaupt, dass es sowas wie die “Volksbewegung von Santo Jodido des 13. März” je gab. Ausser vielleicht ein paar Transparentträgerinnen der JuSo am Zürcher 1. Mai. Die Marketing-Kollegen haben es etwas leichter. Sie ändern Ihren Status bei Xing für ein paar Monate auf “Sabbatical”, ihre Berufserfahrung ergänzen sie dort um “Sustainable Multichannel Innovation Marketing Management” und tauchen an anderer Stelle wieder auf.


Enthusiasmus als Ersatz für alles. Wirklich alles!
Ein richtiger Rebell muss vor allem wollen. Oder müssen. Er hat keinen richtigen Plan, keine grosse Ahnung, kein wirklich konkretes Ziel. Dafür ein Dutzend Feuerwaffen, etwas Sprengstoff und ein paar noch ahnungslosere Gefolgsleute, die ihn sich als Alphatier ausgesucht haben. Der Marketeer ersetzt die Waffen durch ein kleines, zweckentfremdetes oder überzogenes Budget, den Sprengstoff durch einen Facebook-Account und die ahnungslosen Gefolgsleute durch ahnungslose Gefolgsleute.
Der erste Angriff
Plötzlich muss er kommen, aus dem Hinterhalt und wo ihn niemand erwartet hat! Und er muss möglichst spektakulär sein, unorthodox, verstörend, Tabus brechen. Alles ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Gut, das tut in der Regel wirklich weh. Vor allem dem Guerillero selbst. Dem Marktleader oder der Besatzungsmacht allerdings kaum. Die schicken einfach ein paar Apache-Helikopter, respektive Anwälte und Ruhe ist. Und um im Jahr 2014 noch irgend ein Tabu zu brechen, muss man wohl schon vor laufender Kamera gepiercte Katzenbabies mit tätowierten Hundebabies totschlagen. Wenn’s reicht.
Das Ende
Praktisch alle Guerilleros enden absolut unheroisch. Falls sie Glück haben, werden sie von ihren Gefolgsleuten verlassen und arbeiten danach als Hilfskraft in einer Tapas-Bar. Der Löwenanteil allerdings krepiert alleine irgendwo im Dschungel an Unterernährung, Sumpffieber oder wird von diesem Ding aus Lost gefressen. Niemand kennt ihre Namen oder weiss überhaupt, dass es sowas wie die “Volksbewegung von Santo Jodido des 13. März” je gab. Ausser vielleicht ein paar Transparentträgerinnen der JuSo am Zürcher 1. Mai.
Die Marketing-Kollegen haben es etwas leichter. Sie ändern Ihren Status bei Xing für ein paar Monate auf “Sabbatical”, ihre Berufserfahrung ergänzen sie dort um “Sustainable Multichannel Innovation Marketing Management” und tauchen an anderer Stelle wieder auf.

Aus Nicaragua in den digitalen Guerillakrieg!

Ein Interview mit der Leiterin Online von Therefore, Keila Gromann-Garcia, über den heroischen Kampf im digitalen Dschungel gegen übermächtige Feinde und immer im Dienste des Volkes.

Frau Gromann-Garcia, Sie sind gebürtige Nicaraguanerin?
Ja, aber ich bin schon als Kind hierher gekommen, zuerst ins Appenzell, dann ins Fricktal, dann…

OK, aber Sie sprechen Spanisch?
Klar, auch, doch ich bin schon…

Super! Un pueplo unido, jamas sera vincido!
Also eigentlich heisst es vencido. doch was wollen Sie nun von mir wissen?

Genau, kommen wir auf den Punkt: Sie sind Projektleiterin für neue Medien und Nicaraguanerin. Wir wollten mit Ihnen über Guerilla-Marketing sprechen!
Äehm, eigentlich mache ich mehr Websites, E-Mail-Marketing, AdWords-Konzepte und integrierte Kampagnen…

Keine digitalen Hinterhalte? Angriffe auf die Mächtigen? Verteidigen des kleinen Mannes!
Nein. Mehr so Projekte für die SIX Group, für Swisscanto und so…

Aha? Sie greifen das Internationale Grosskapital also von innen an! Genial! Der Marsch durch die Institutionen?
Wie?

Und dann schiessen Sie immer aus dem Hinterhalt? Unerwartet?
Nein, wir arbeiten mit MS Project und Vertec, da kommt selten etwas unerwaret…

Naja, dann halt nicht.
Que?

Kaffee? Tee?
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