Im Auge des Betrachters oder Über Gedanken unter der Gürtellinie

Graffiti auf einer Wartebank

Gestern Abend an der Tramhaltestelle am Kreuzplatz: Das 8i-Tram fährt ein. Kurz bevor ich einsteige, fällt mir ein Graffiti auf dem Wartebänkli auf.

Ich zücke noch schnell mein Handy und verpasse um ein Haar das Tram. Im Tram lese ich dann den Spruch: «When I open my eyes I wish to see your…». Wenn ich meine Augen öffne, möchte ich deine/n … sehen. Ich schmunzle und denke etwas Unflätiges.

Dieser Satz begleitete mich durch den Abend und ich fragte alle, die mir begegneten, welches Wort sie denn einfügen würden. Dem geniesserischen Lächeln der Befragten nach zu urteilen, war es in den meisten Fällen etwas unter der Gürtellinie. Hier eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge: arse, boobs, boobies, butt, cock, dick, eyes, nipples, prick, smile, tits. Fragen Sie mich nicht weshalb – es ist einfach so! Natürlich gab es auch ein paar anständige Vorschläge, wobei ich nicht weiss, ob das genannte Wort tatsächlich «top of mind» war.

Ja, ich bin eben ein kleiner Verhaltensforscher. Doch nicht nur das. Als Mitarbeiter einer Werbeagentur kenne ich die Bedeutung von Targeted Content mit entsprechenden Keywords in Texten. So habe ich bei diesem Beitrag wieder mal auf die altbewährte Formel «Sex sells» gesetzt, um auf Google Analytics dessen Beliebtheit aufgrund meiner Wortwahl zu überprüfen.

PS: Tatsächlich stand auf der Bank «When I open my eyes I wish to see you❤️». Ich habe doch glatt das Herz als R interpretiert. Es war also kein «Untergürtler», sondern einfach ein hoffnungsloser – oder sollte man nicht besser sagen – ein hoffnungsvoller Romantiker am Werk …

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