Mit 5 Promille unterwegs

Wo gehobelt wird, fallen Späne, wo gebaut wird, geht was kaputt. Und es wird seit Jahren sehr viel gebaut in der Schweiz, Tendenz weiter steigend. Dementsprechend gehen zusammen mit dem Bauvolumen auch die Bauschäden in die Höhe. Im Interview erzählt Dominic Duer von einer Erfolgsgeschichte, die auch darauf aufbaut, dass niemand mit etwas planen will, das trotzdem ganz sicher passieren wird.

Dominic, du bist bei uns in der Agentur fast legendär: Du giltst als der Kunde, der wirklich nie erreichbar ist und trotzdem immer zuverlässig zurückruft.
Dominic Duer: Das Erste ist wohl leider so. Ich bin seit Jahren wahnsinnig viel unterwegs und praktisch immer in Besprechungen oder am Telefon. Das Zweite freut mich, denn ich versuche wirklich, jeden Kunden oder Lieferanten zurückzurufen. Es dauert manchmal ein paar Stunden, doch ich gebe mein Bestes.

Was hält dich so auf Trab?
Mein Business. Es läuft gerade so viel gleichzeitig.

Du bietest mit GLASSRESQ die Sanierung von Glasschäden an. Stehen gerade grosse Projekte vor dem Abschluss oder woher kommt die hohe Auslastung?
Zum einen von den bestehenden Kunden. Seit unserer Gründung 2016 wachsen wir jedes Jahr sowohl mit den bestehenden Kunden wie auch über Neukunden. Wir haben ein System entwickelt, das es in dieser Form noch nicht gab. Wir können die allermeisten Glasschäden, wie sie bei Bau, Renovierung oder Nutzung von Immobilien halt einfach entstehen, vor Ort reparieren. Das spart viel Zeit und Geld im Vergleich zu einem Ersatz.

Glaspolitur oder Kunstharz gibt es doch schon seit Jahren.
Ja, und das war auch eines unserer Probleme am Anfang. Von Teleshopping-Kanälen bis zu Tankstellenshops haben viele Anbieter irgendwelche «Lösungen» im Angebot. Doch das funktioniert alles nicht wirklich. Und wenn jemand mit einer Schleifmaschine anrückt, dann hinterlässt er eigentlich immer optische Verwerfungen, unschöne Linseneffekte und dergleichen. Wir arbeiten komplett anders. Wenn wir da waren, sieht es aus wie neu. Aber das glaubt dir am Anfang natürlich niemand.

Was habt ihr dagegen unternommen?
Die einzige Möglichkeit war eine Garantie. Entweder wir schaffen es, oder der Kunde bezahlt nichts.

Und das funktionierte?
Es funktioniert noch immer! Schon bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich einige Erfahrung im Bereich Fenster und Glas gesammelt. In diesem Umfeld lernte ich meinen heutigen Geschäftspartner kennen und gemeinsam entwickelten wir eine Methode, Glasschäden perfekt zu reparieren. Er ist eher der Tüftler, ich habe ein gutes Gespür für den Markt.

Wie gross ist der Markt für Glasreparaturen?
Riesig! Wir sehen, wie gross er schon im Bereich von Neubauten ist. In einer Überbauung weist im Schnitt jede Wohnung mindestens einen groben Glaskratzer auf. Die Schadensumme für Oberflächenschäden liegt im Schnitt bei 2,5 Prozent der Bausumme – wenn man die Teile austauscht.

Und bei einer Sanierung durch euch?
Landen wir in der Regel bei etwa 5 Promille. Also 80 Prozent günstiger.

Macht also Sinn!
Ja, und nicht nur finanziell. Wir haben jetzt noch keine wissenschaftliche Studie zu dem Thema, doch wir haben das zusammen mit ein paar Lieferanten und Partnern durchgerechnet. Wenn eine grössere Glastrennwand saniert statt ersetzt wird, werden gegen 99 % des CO2-Fussabdrucks gespart.

Du hast von Oberflächenschäden gesprochen. Also nicht nur Glas?
Genau. Wir haben zwar mit Glas angefangen, doch unsere Kunden wollen, wenn immer möglich, nur einen einzigen Ansprechpartner für eine Sache. Also reparieren wir heute Treppen, Parkett, Fassaden, eigentlich fast alles.

Einer für alles.
Und das nicht nur für die Materialien. Wenn uns ein Generalunternehmer anruft, dann machen wir alles aus einer Hand. Erstbesichtigung, Expertise, Versicherungsabwicklung und natürlich die Reparatur selbst.

Das war auch ein Grund, wieso du eine neue Website wolltest.
Wir sind so schnell gewachsen, die bisherige Website hat gar nicht mehr abgebildet, was wir alles tun. Zudem wollen wir unser neues Ticketing-System in die Website integrieren. So sehen alle Parteien rund um einen Schaden auf einen Klick, wo der Fall steht.

Zusammen mit dir durften wir im Zuge der Website auch ein Content-Konzept entwickeln, welches auf die organische Suche von Google ausgerichtet ist.
Wir sind bis auf Weiteres der einzige Anbieter auf diesem professionellen Niveau. Deshalb kennen uns auch noch nicht alle Baubetriebe, Versicherungen oder Handwerker. Die suchen nicht nach GLASSRESQ, sondern eher nach Möglichkeiten, Bauschäden günstig und gut zu beheben. Mit Targeted Content werden sie sicher bei uns landen.

Wie hast du das bisher gemacht?
Wir haben auf Google Ads & Co. gesetzt. Das hat schon irgendwie funktioniert. Aber halt nur irgendwie … Ich war mir sicher, es muss mehr drinliegen.

Die neue Website ist online, das Ticketing ist implementiert. Was sind die nächsten Herausforderungen?
Am meisten sind wir damit beschäftigt, das enorme Wachstum zu stemmen. Wir haben einen riesigen technologischen Vorsprung, den müssen wir nutzen, um unsere Marktposition auszubauen. Aktuell haben wir 2 Aussendienstmitarbeitende und 30 Sanierungsspezialisten. Im Aussendienst wollen wir auf 10 ausbauen, um die Expertisen und Abwicklungen zu beschleunigen. Bei den Spezialisten sind wir auch laufend am Rekrutieren und Ausbilden. Das braucht alles Zeit und Energie.

Der Faktor Zeit … alles läuft bei dir in einem unglaublichen Tempo!
Es ist unsere Branche, unsere Aufgabe. Kein einziger Bauplan sieht am Ende eine Phase für die Behebung von Mängeln vor. Obwohl alle wissen, dass es Schäden geben wird, planen sie einfach, als wäre dies nicht so. Und wenn die Handwerker langsam abziehen und der Abgabetermin vor der Türe steht, ruft man bei uns an. Und wir machen es dann möglich.

Zeit ist Geld!
Ja, Zeit ist Geld. Vor allem, wenn bei laufendem Betrieb saniert werden muss. Ein Treppenhaus, eine Eingangstür, ein Durchgang … welches Einkaufszentrum oder Bürogebäude würde da schon einen halben Tag dafür schliessen wollen? Oder noch länger?

Wir treffen uns gerade in der Europaallee. Glas- und Strukturfassaden, wohin das Auge reicht. Ein Traum für dich?
Ich habe schon allein während des Fotoshootings in einer halben Stunde sicher über 10 Schäden gesehen, die wir problemlos beheben könnten. Dieser moderne Architekturtrend ist natürlich genial für uns. Die Arbeit wird uns nicht ausgehen!

Ihr repariert also wirklich alles?
Fast.

Nur fast?
Wenn ein Glas einen richtigen Sprung hat, dann können wir auch nicht mehr helfen. Und Handydisplays, die reparieren wir nicht. Da musste auch ich letztens ins Spezialgeschäft …

Danke, Dominic, für das Gespräch!

GLASSRESQ
Die GLASSRESQ AG mit zwei Standorten in der Schweiz sowie weiteren in Deutschland, Österreich, Tschechien, England und den USA bietet innovative Lösungen zur einfachen und kostengünstigen Sanierung von Schäden an Glasoberflächen.

Dominic Duer
Geschäftsführer GLASSRESQ
Einen Sinn fürs Geschäft hatte Dominic Duer schon immer und baute GLASSRESQ in rasanter Geschwindigkeit mit viel Arbeit und Leidenschaft auf. Heute erreicht man ihn meistens im Auto oder am Flughafen: immer unterwegs für seine Kunden.